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Genau lässt sich die Fertigstellung eines der
ältesten Häuser Aussees nicht mehr datieren. Fest steht jedoch,
dass es, wie vermutlich auch der Kammerhof am Chlumeckyplatz, aus der Zeit
um das Ende des 14.jhdt. stammt - gemeint ist das Anwesen "Kirchengasse
165", der prächtige Bau, der jahrhundertelang eigentlich mehr
unter dem Namen "Ermann-Tollinger-Besitz" bekannt war und der heute
eines der nettesten Lokale der Stadt, die "Blaue Traube" von
Helmut und Maria Ruppe beherbergt. Das alte Gebäude, das seit 1980
liebevoll und mit viel Aufwand renoviert wurde, kann auf eine sehr wechselhafte
Geschichte zurückblicken.
Als erste Besitzer tauchen die Edelleute Ermann aus
Steyr auf, die in dem Gebäude eine "Padtstube" (Brechlstube
- um Flachs zu dörren) eingerichtet hatten, welche auch weiter bestehen
durfte, als 1470 solche Stuben im Markt wegen des großen Holzbedarfs
abgeschafft wurden. In alten Aufzeichnungen, die auch Franz Hollwöger
zitiert, wird der Bau wie "ein Ritter von Kopf bis zu den Füßen
wehrhaft gemacht" beschrieben. Wie wohl um jede wehrhafte Anlage
ranken sich auch um dieses Gebäude geheimnisvolle Geschichten; so
soll es einen unterirdischen Gang vermutlich sogar bis zum "Gschlößl"
(Straßen) gegeben haben.
Nach Ermann waren Jakob und später Balthasar Tollinger
Besitzer des Hauses (um 1558). Recht unangenehme Turbulenzen hatte es
auch in Aussee in der Zeit der Gegenreformation gegeben, die auch an den
Tollingers nicht spurlos vorübergingen. Sie sollten um 1600 sogar
ausgewiesen werden. In der ebenfalls unruhigen und unsicheren "Franzosenzeit"
war der Bäcker Michael Walcher Besitzer des Anwesens Nr. 165. Es
war im Frühjahr 1797, als die Franzosen von Kärnten her in die
Steiermark einbrachen.
Michael Walcher hatte dann die Bäckerei (um 1835)
an seinen Sohn Gabriel übergeben. Konkurrenz hatte Gabriel damals
genug - gab es doch in seiner näheren Umgebung die Bäcker Josef
Peer, Wiesinger (heut Klackl) und Engelbert Winkler. Die Bäckerei
in der "Blauen Traube" bestand nachweislich bis 1880, die nächste
Besitzerin war dann Therese Hertl, die das Anwesen laut Aufzeichnung "für
sich und ihre Kinder" kaufte. So taucht dann auch 1907 Karl Hertl
als Eigentümer auf.
Viele Gäste haben sich in dem historischen Bau
wohlgefühlt, so neben manch anderer Prominenz auch Peter Rosegger
und vor allem der spätere Bundeskanzler und Bundespräsident
Dr. Karl Renner, vom dem bekannt ist, dass er mit Freunden im "Peter-Stüberl"
der "Blauen Traube" eigentlich den Grundstein für die heutige
SPÖ gelegt hat.
Zu einer Sehenswürdigkeit im Haus ist der sog.
"Römerstein" geworden, der seinerseits eine recht bewegte
Vergangenheit hatte, bevor er seinen festen Platz in der "Blauen
Traube" fand. Er stellt nicht, wie ursprünglich angenommen, Salzsieder,
sondern ein Diener- Paar dar.
Gediegene
Gastlichkeit
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Sicherlich einer der schönsten Gasthöfe der
Stadt Bad Aussee ist die "Blaue Traube" in der Kirchengasse,
nicht weit entfernt von der Pfarrkirche. Schon von außen erweckt
der mächtige und wohlgegliederte Bau mit seinem weitausladenen Dach
beim Gast das Gefühl von Schutz und Geborgenheit. Im Inneren des
mittelalterlichen Freihauses mit seinen einladenden Gaststuben, Extra-Stüberln mit Gewölben und den Gästezimmern wird dieses
angenehme Gefühl zur Gewissheit. Hier fühl ich mich echt wohl
und willkommen, hier wird wirklich auf Tradition geachtet, ohne auf neuzeitlichen
Komfort zu vergessen.
Heute verwöhnen die Besitzer und Wirtsleute Helmut
und Maria Ruppe den Gast mit ausgewogenen und anerkannt guten Angeboten
aus der heimischen sowie aus der internationalen Küche, wobei selbstverständlich
auch Schonkost auf der Speisekarte steht. Nicht weniger beliebt sind die
erlesenen Weine oder ausgezeichneten Biere in geselliger Runde. Ein wesentlicher
Bestandteil der Gastlichkeit des Hauses ist der große und kinderfreundliche
Gastgarten an der Rückseite des Gebäudes, abseits der Strasse.
Hier kann der Gast ebenso wie natürlich der Einheimische Gemütlichkeit
genießen.
Für viele Besucher, die als Nächtigungsgäste
gerne in der "Blauen Traube" sind, ist das Haus Ausgangspunkt
für viele interessante Exkursionen in die nähere und weitere
Umgebung, ins herrliche Ausseerland. Und gerne zurück in "seinen
Gasthof", kommt der Urlauber auch, denn hier findet er wieder
seine moderne und komfortabel ausgestattete Unterkunft, die ihm den Aufenthalt
besonders angenehm macht. Haus und Gästezimmer sind seit dem Kauf
des Anwesens von der Brauerei Reinighaus durch die Familie Ruppe
1980 ständig renoviert und modernisiert worden. So bietet der Gasthof
25 Betten; die Zimmer sind ausgestattet mit WC, Bad oder Dusche, Kabel-TV, Safe und Telefon sind vorhanden.
Für die Gaumenfreuden wird in einer großen
Küche gesorgt, mit der sich das Haus bereits das anerkannte Gütesiegel
"Gute steirische Gaststätte" verdient hat. Und zu einer
guten Gaststätte gehört natürlich auch ein perfekter Service,
der in der "Blauen Traube" wahrlich geboten ist, wo eben die
persönliche Note den Aufenthalt zu einem besonders angenehmen Erlebnis
macht.
Ein Ort, an dem man sich jederzeit wohlfühlen
kann.
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